Herzensangelegenheiten
Hits des Jahres kostenlos herunterladen
Von STEFAN PETERMANN UND SEBASTIAN DALKOWSKIEin aufregendes Musikjahr geht zu Ende. Die Musik-Redaktion hat die besten Songs zu einem Sampler zusammengestellt. Das Beste: Die Lieder lassen sich kostenlos im Internet herunterladen.
Es ist ein Ritual, das Spaß macht: Wenn es auf Silvester zugeht, beginnen die Diskussionen, welche Bands, Künstler und Songs das Jahr geprägt haben. Auch die Musik-Redaktion unserer Zeitung hat sich das Jahr 2009 nochmal genauer angesehen und dann einen Sampler mit ihren Lieblingssongs des Jahres zusammengestellt. Die Stücke lassen sich kostenlos im Internet herunterladen.
So funktioniert es: Den Sampler herunterzuladen, dauert bloß ein paar Minuten. Neben den Songtiteln steht jeweils der Link zur Seite, auf dem das Lied zum Download angeboten wird. Einfach alle Songs herunterladen, in die richtige Reihenfolge bringen und auf eine CD brennen – fertig. Bei Problemen einfach eine Mail an sebastiand@rp-online.de schicken.
1. Kings Of Convenience – Boat Behind (zum Download)
Was diese beiden Norweger machen, das machen sie zurückgelehnt und leise. „Declaration Of Dependence“ ist das dritte Album und das erste seit fünf Jahren. Zum Glück klingt die Musik von Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe noch immer so wie die Bewegung, die sie mit dem Titel ihres Debüts angeblich begründeten: „Quiet Is The New Loud“. Der Song „Boat Behind“ ist für jeden verschneiten Wintermorgen.
2. The XX – Basic Space (zum Download)
Sie reduzieren, bis nur das noch übrigbleibt, was lebensnotwendig ist. Auch wenn das Londonder Quartett im Laufe der letzten Monate zu einem Trio schrumpfte, adaptierten sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt den Geist von The Cure und vielmehr noch Joy Divison für das kommende Jahrzehnt. „Basic Space“ steht stellvertretend für den zeitlosen Klang von Eiseskälte. Ein Klassiker, jetzt schon.
3. Peter Doherty - New Love Grows On Trees (zum Download)
Nachdem Pete(r) Doherty eine Zeitlang mehr in den Zeitungen als auf Platte existierte, hat er sich endlich wieder an seinen Daseinszweck erinnert. Mit seinem Solo-Debüt „Grace/Wastelands“ überzeugt der Ex-Libertines sogar jene Kritiker, die ihm nach den Alben mit den „Babyshambles“ nicht mehr viel zugetraut hatten. Wie viele Menschen wohl noch zu „New Love Grows On Trees“ knutschen werden?
4. Mumford & Sons - Little Lion Man (zum Download)
Die neue Folk-Sensation kommt ausnahmsweise nicht aus den Staaten, sondern aus Großbritannien. Und dort stellen die Leute dem Quartett bereits Denkmäler für das das Debütalbum „Sigh No More“ auf, das irgendwo zwischen Coldplay, Starsailor und Straßenmusiker liegt. In dem Song „Little Lion Man“ steigert sich die Band in einen Banjo-Wahnsinn.
5. Beat!Beat!Beat! - Fireworks (zum Download)
Vier Jungs aus dem niederrheinischen Viersen tun einfach mal so, als kämen sie aus New York und hätten den Rock’n’Roll neu erfunden. Ihre erste EP klingt lässiger als die Strokes, tanzbarer als die Kilians. In Deutschlands Indie-Clubs ist die Band schon eine große Nummer, im nächsten Jahr sind Konzerthallen gerade groß genug. Der Song „Fireworks“ macht klar, warum.
6. Maximo Park - Let's Get Clinical (zum Download)
Während die eine große englische Gitarrenband, Bloc Party, sich künstlerisch verlaufen hat, macht die andere Band, Maximo Park, einfach immer weiter mit dem Altbewährten - und überzeugt damit. Das dritte Album „Quicken The Heart“ überzeugte Kritiker und Fans. Der Song „Let's Get Clinical“ ist so überdurchschnittlich wie der Rest der Platte.
7. Jamie T – Sticks ‚N‘ Stones (zum Download)
Das Wunderkind legt nach. Der 23-jährige Jamie T aus Wimbledon vereint auch auf seinem zweiten Album „Kings & Queens“ das Beste von The Streets, Joe Strummer und Billy Bragg. Manche sagen auch „Ein-Mann-Arctic-Monkeys“. Mühelos reiht er einen Hit an den anderen. Der Song „Sticks ‚N‘ Stones“ ist der lässigste Wurf des Jahres.
8. Phoenix - 1901 (zum Download)
Alle Klischees, die man über französische Rockmusik zu kennen glaubt, bestätigen Phoenix auf ihrem vierten Album, das gleichzeitig ebenso vermessen und angemessen „Wolfgang Amadeus Phoenix“ heißt. Glücklicherweise. Denn neben „Lisztomania“ ist es besonders „1901“, für welches das Wort „fluffig“ einst erfunden wurde. „Going hey hey hey hey hey“ heißt es dort, und wer da nicht tanzt, der hat den Sommer 2009 nicht verstanden.
9. Miike Snow - Animal (zum Download)
Zwei Drittel der Band wissen schon was Weltruhm ist. Die Schweden Christian Karlsson und Pontus Winnberg haben an Britney Spears' „Toxic“ mitgeschrieben und auch mit Madonna und Kylie Minogue gearbeitet. Das Debütalbum des Trios enthält mindestens fünf heimliche Welthits für die Tanzfläche. Das Elektro-Pop-Stück „Animal“ hingegen hat es als iTunes-Liebling bereits dorthin geschafft.
10. Peaches - Talk To Me (zum Download)
Die Kanadierin Peaches, die mal Merrill Beth Nisker hieß, steht weiter für das Genre Electroclash, also eine Mischung aus Rock, Elektronik und Punk, aber: Peaches‘ fünftes Album „I Feel Cream“ ist das beste und abwechslungsreichste seit „The Teaches Of Peaches“ von 2000, weil sie es zulässt, auch mal Pop zu sein. Die Single „Talk To Me“ ist dafür der beste Beweis.
11. Gossip – Heavy Cross (Burns Remix) (zum Download)
DJs, die diese Band aus Portland 2009 nicht spielten, konnten gleich Feierabend machen. Dass die Welt mehrere Jahre brauchte, um die Fähigkeiten dieser Gruppe anzuerkennen, und dass sie nun vor allem auf Sängerin Beth Ditto schaut – egal. Das vierte Album „Music For Men“ bescherte der Band den Durchbruch. Und „Heavy Cross“ ist der größte Disco-Hit des Jahres. Hier in einem ebenso guten Remix.
12. Glasvegas - Geraldine (zum Download)
Das Comeback des Shoegazer-Rocks, Teil 1: Die schottische Band Glasvegas überrollte bereits 2008 in Großbritannien alles, was sich ihr in den Weg stellte. Bis auf Platz 2 schaffte es das Trio mit dem selbstbetitelten Debütalbum. 2009 ging es in Deutschland weiter. Der Song „Geraldine“ ist die Hymne auf eine Frau, die ihren Job aufgab, um Merchandising für die Band zu verkaufen.
13. White Lies - Death (zum Download; Achtung: auf der Seite nicht mit der linken, sondern mit der rechten Maustaste auf Download klicken, ansonsten wird eine Registrierung nötig)
Schon wieder eine Rockband aus England, schon wieder großartig. Die „White Lies“ sortieren sich irgendwo ein zwischen Franz Ferdinand und den Editors, bloß dass die Band in ihr Debüt „To Loose My Life...“ viel mehr Schweiß investierte. Der Song „Death“ ist vielleicht der einzige, der in der Silvesternacht laufen sollte.
14. The Pains Of Being Pure At Heart - Young Adult Friction (zum Download, Achtung: Downloadbutton funktioniert nur mit der linken Maustaste)
Das Comeback des Shoegazer-Rocks, Teil 2: Doch während Glasvegas über die Lautstärke kommen, besiegt die New Yorker Band „The Pains Of Being Pure At Heart“ mit ihren Melodien das Böse auf der Welt. „Young Adult Friction“ ist der größte Song ihres großartigen Debütalbums, das so heißt wie die Band. Kopfhörer auf und dann zu Fuß in den Feierabend.
15. The Thermals - Now We Can See (zum Download)
Mehrere Jahre bretterte die amerikanischen Kritikerlieblinge von „The Thermals“ großartig ungestüm durch ihre Songs. Mit dem vierten Album „Now We Can See“ hat es das Punk-Trio geschafft, eingängig zu werden, ohne dadurch seine Kraft zu verlieren. Das Titelstück der Platte stand seit Anfang Februar im Internet. Wer es damals hörte, für den konnte 2009 nur großartig werden.
16. Florence And The Machine – Kiss With A Fist (zum Download, Achtung: Downloadbutton funktioniert nur mit der linken Maustaste)
Diese Band veröffentlichte 2009 ihr Debütalbum „Lungs“, aber vor allem den Song „Kiss With A Fist“, den Vodafone so gut fand, dass das Unternehmen damit einen Werbespot unterlegte. Sängerin Florence gelingt in der euphorischen Zwei-Minuten-Rocknummer das Kunststück zu erzählen, wie sich ein Pärchen nach allen Regeln der Kunst vermöbelt, ohne dass sich der Hörer schlecht fühlt.
17. We Were Promised Jetpacks – Quiet Little Voices (live) (zum Download)
Vier Schotten liefern das packendste Britrockalbum seit Bloc Partys „Silent Alarm“ ab. „These Four Walls“ bringt all das auf den Punkt, was im Genre in den vergangenen Jahren begeistert hat. Elf Klassiker, von denen besonders „Quiet Little Voices“ als packende Hymne an den Wahnsinn heraussticht. Für Jahre in den Indie-Diskotheken gebucht.
18. Bon Iver - Blood Bank (zum Download, Achtung: Downloadbutton funktioniert nur mit der linken Maustaste)
Bon Iver, das Projekt des amerikanischen Singer/Songwriters Justin Vernon, schaffte es bereits im vergangenen Jahr mit dem Album „For Emma, Forever Ago“ in viele Jahreslisten. Anfang 2009 legte die Band gleich mit der EP „Blood Bank“ nach. Der Titeltrack ist die schönste Musik, die man sich im Schneegestöber vorstellen kann.
Diese und weitere Songs laufen auch auf HerzrasenFM, dem Online-Musiksender von Herzrasen. Einfach den Player unten anklicken oder diesem Link folgen.
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